Mrs Lisa O | pleasepinchmehard
DEEP&DIRTY with Lisa Opel
(DE) mit Mone Hazel: People-Pleasing beim Sex.
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(DE) mit Mone Hazel: People-Pleasing beim Sex.

DEEP&DIRTY (DE) // Mone Hazel über People Pleasing & Selbstwertgefühl im Bett: Warum Gefallen keine Lust ist.

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🔗🌟 Eine Folge über Grenzen, Selbstakzeptanz, sexuelle Kommunikation und den Moment, in dem wir aufhören, uns im Bett zu verbiegen.

Was, wenn du gar nicht so experimentierfreudig bist, sondern einfach verdammt gut darin, zu erraten, was andere wollen?

In dieser Folge von DEEP & DIRTY spreche ich mit Mone Hazel über People Pleasing, Selbstwert, Beziehungen und darüber, wie schnell wir im Bett in einen Modus rutschen können, der nach Offenheit aussieht, aber eigentlich viel mehr mit Anpassung, Angst und dem Wunsch nach Bestätigung zu tun hat. Mone ist Coach, Sexualberaterin und Content-Creatorin und arbeitet viel mit Menschen, die lernen möchten, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, Grenzen zu setzen und alte Muster aufzulösen. Seit 2019 macht sie Aufklärungsarbeit rund um Liebe, Sex und Beziehung. Ihr Ansatz: fachlich fundiert, aber mit Humor, weil manche Themen erst leichter werden, wenn man nicht so tut, als müssten wir alle perfekt erwachsen darüber sprechen können.

People Pleasing klingt harmlos. Ist es aber nicht unbedingt.

People Pleasing wird oft verwechselt mit „Ich bin halt nett“, „Ich helfe gerne“ oder „Ich bin einfach ein empathischer Mensch“. Und ja, Empathie ist wunderbar. Hilfsbereitschaft auch. Rücksichtnahme sowieso. Das Problem beginnt erst dort, wo aus Rücksicht Selbstverlust wird. Wo man nicht mehr hilft, weil man möchte, sondern weil man Angst hat, sonst nicht gemocht, gewollt oder geliebt zu werden.

Mone erklärt in unserem Gespräch sehr klar, dass People Pleaser oft über Jahre lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zu übergehen. Sie spüren irgendwann nicht mehr zuverlässig, was sie möchten, was ihnen guttut oder wo eine Grenze erreicht ist. Im Alltag zeigt sich das zum Beispiel darin, ständig einzuspringen, Konflikten aus dem Weg zu gehen oder sich nach Treffen mit bestimmten Menschen leer und unwohl zu fühlen. In Beziehungen wird es noch komplexer, weil dort Bindung, Angst, Nähe und Bestätigung viel enger miteinander verwoben sind.

Und im Bett? Da wird es richtig spannend.

People Pleaser wirken im Bett oft experimentierfreudig

Einer der stärksten Punkte aus der Folge: Mone sagt, dass People Pleaser im Schlafzimmer oft sehr experimentierfreudig wirken. Nicht unbedingt, weil sie alles wollen, sondern weil sie sehr gut darin sind, die Wünsche des Gegenübers zu lesen. Sie versuchen zu erraten, was die andere Person möchte, was gut ankommt, was erwartet wird, was vielleicht als „sexy“, „offen“ oder „unkompliziert“ gilt.

Das ist ein Satz, bei dem viele wahrscheinlich kurz schlucken werden: Was, wenn deine sexuelle Offenheit manchmal gar nicht so viel mit Lust zu tun hatte, sondern mit der Angst, langweilig, schwierig oder nicht genug zu sein?

Natürlich ist Experimentierfreude nichts Schlechtes. Im Gegenteil. Aber der Unterschied liegt in der Motivation. Es ist etwas völlig anderes, ob ich etwas ausprobieren möchte, weil ich neugierig bin, oder ob ich etwas mitmache, weil ich denke: Wenn ich Nein sage, enttäusche ich jemanden. Wenn ich nicht mitziehe, bin ich prüde. Wenn ich nicht funktioniere, bin ich nicht begehrenswert.

Genau hier wird aus einem scheinbar wilden Sexleben manchmal eine sehr gut getarnte Performance.

Selbstwert entscheidet mit, wie frei wir lieben und begehren

Mone beschreibt Selbstwertgefühl in der Folge mit einem sehr schönen Bild: wie ein Immunsystem. Es kann nicht „zu hoch“ sein. Ein gesundes Selbstwertgefühl bedeutet nicht, dass man sich für besser hält als andere. Es bedeutet eher, dass man realistischer mit sich selbst ist. Man weiß, was man kann, was man möchte, was man nicht möchte und wo man aufhören darf, sich zu verbiegen.

In Beziehungen ist Selbstwert deshalb so zentral, weil er beeinflusst, welche Dynamiken wir überhaupt mitmachen. Wer innerlich davon überzeugt ist, sich Liebe verdienen zu müssen, bleibt eher in Mustern, in denen Anpassung belohnt wird. Wer den eigenen Wert nur über das Begehren oder die Anerkennung anderer spürt, wird im Bett schneller in die Rolle rutschen: Ich muss gefallen. Ich muss gut sein. Ich muss liefern.

Und genau da wird Lust leiser. Denn Lust braucht nicht nur Technik, sondern auch innere Erlaubnis. Die Erlaubnis, wahrzunehmen, was man möchte. Die Erlaubnis, ehrlich zu sein. Die Erlaubnis, nicht immer verfügbar, begeistert, spontan oder perfekt zu sein.

Wenn Sex zur Prüfung wird

Viele Menschen kennen diesen inneren Fragenkatalog, auch wenn sie ihn vielleicht nie laut aussprechen würden: War ich gut genug? Hat es gefallen? War ich offen genug? Bin ich attraktiv genug? Hätte ich mehr machen sollen? Darf ich sagen, dass ich gerade keine Lust habe? Ist mein Nein jetzt ein Problem?

Das sind keine besonders lustfördernden Gedanken. Das ist eher ein Bewerbungsgespräch ohne Hose.

Mone erzählt in der Folge auch von ihrer eigenen früheren Erfahrung und beschreibt, dass sie lange dachte, sie hätte guten Sex gehabt. Rückblickend merkte sie aber, dass vieles davon sehr stark auf den Mann ausgerichtet war: Was gefällt ihm? Was sieht gut aus? Was macht mich begehrenswert? Sie nennt das selbst eine verzerrte Wahrnehmung. Und genau dieses Beispiel macht die Folge so wertvoll, weil es nicht abstrakt bleibt. Es geht nicht nur um Theorie, sondern um diese ehrlichen Momente, in denen man merkt: Ich dachte, ich bin frei. Dabei war ich vor allem gut darin, zu erfüllen.

Das ist unbequem. Aber auch ziemlich befreiend.

Die eigene Lust wieder spüren: kleiner anfangen als gedacht

Ein wichtiger Punkt in der Folge: Wenn man lange im People-Pleasing-Modus war, weiß man oft nicht sofort, was man eigentlich will. Diese Frage kann sogar überfordern. „Was willst du?“ klingt dann nicht nach Freiheit, sondern nach Prüfung.

Mone schlägt deshalb vor, erst einmal sehr klein anzufangen. Handy weg. Einen Moment allein sein. Spüren, wie sich der eigene Körper anfühlt. Berührung nicht direkt mit Ziel, Intimzone oder Performance verbinden, sondern wieder neugierig werden: Was fühlt sich gut an? Was nicht? Welche Intensität mag ich? Wo bin ich überhaupt?

Das klingt simpel, ist aber für viele Menschen genau der fehlende Schritt. Denn wer ständig andere scannt, muss erst wieder lernen, sich selbst zu lesen.

Und dann kommt noch ein sehr spannender Gedanke aus der Folge: Fantasien können Hinweise geben. Besonders kurz vor dem Höhepunkt bei der Selbstbefriedigung tauchen manchmal Bilder, Situationen oder Dynamiken auf, die etwas über die eigene Lust verraten können. Wichtig dabei: Eine Fantasie muss nicht umgesetzt werden. Sie darf auch einfach Fantasie bleiben. Nicht alles, was im Kopf heiß ist, braucht einen Google-Calender-Termin im echten Leben. Aber es kann ein Hinweis sein, wo innere Erregung, Sehnsucht oder Neugier liegt.

Kommunikation ist nicht sexy, bis sie es plötzlich doch ist

Ja, wir alle haben das Wort Kommunikation ungefähr 300 Millionen Mal gehört. Und trotzdem kommen wir nicht daran vorbei. Gerade bei People Pleasing ist Kommunikation entscheidend, weil so viel unausgesprochen bleibt. People Pleaser erwarten oft unbewusst, dass andere genauso scannen wie sie selbst. Nach dem Motto: Ich merke doch auch, was du brauchst. Warum merkst du nicht, was ich brauche?

Nur leider können Menschen nicht hellsehen. Nervig, aber wahr.

Mone bringt ein sehr einfaches Beispiel: Wenn ich ein Taschentuch brauche, muss ich sagen, dass ich ein Taschentuch brauche. Genau da beginnt Kommunikation. Nicht erst beim großen Beziehungsgespräch mit Tränen, Tee und drei Stunden Analyse. Sondern bei den kleinen Sätzen im Alltag: Kannst du mir helfen? Ich schaffe das heute nicht. Ich möchte das gerade nicht. Ich brauche kurz Pause. Ich hätte Lust auf etwas anderes.

Und ja, wenn diese Sätze im Alltag leichter werden, werden sie irgendwann vielleicht auch im Bett leichter. Von „Kannst du bitte Milch mitbringen?“ zu „Kannst du bitte genau so weitermachen?“ ist der Weg vielleicht kürzer, als wir denken.

Das Nein ist nicht das Ende der Liebe

Ein großes Thema hinter People Pleasing ist die Angst vor Enttäuschung. Viele sagen nicht Ja, weil sie wirklich Ja meinen, sondern weil ein Nein sich emotional zu gefährlich anfühlt. Was, wenn die andere Person sauer ist? Was, wenn sie sich zurückzieht? Was, wenn sie mich weniger liebt? Was, wenn ich dann als schwierig gelte?

Mone gibt dazu eine sehr einfache Übung mit: Was wäre, wenn?

Was wäre, wenn ich Nein sage? Was wäre, wenn die andere Person enttäuscht ist? Was wäre dann wirklich? Oft merkt man beim Weiterfragen, dass die Katastrophe im Kopf größer ist als die Realität. Vielleicht entsteht ein Gespräch. Vielleicht eine kurze Spannung. Vielleicht ein Moment, der unangenehm ist. Aber unangenehm ist nicht automatisch falsch.

Manchmal ist unangenehm genau der Ort, an dem Selbstwert anfängt.

Warum du die Folge hören solltest

Diese Folge ist für alle, die sich schon einmal gefragt haben, ob sie wirklich so unkompliziert sind oder einfach zu lange gelernt haben, keine Umstände zu machen. Für alle, die oft Ja sagen und später merken, dass ihr Körper eigentlich nicht mitunterschrieben hat. Für alle, die im Bett performen, im Alltag scannen und sich dann wundern, warum die eigene Lust irgendwo zwischen To-do-Liste, Erwartungsmanagement und emotionalem Kundenservice verschwunden ist.

Wir sprechen über Selbstwert, sexuelle Kommunikation, Grenzen, Fantasien, Männer und Leistungsdruck, Frauen und Gefallenwollen, offene Beziehungen, Eifersucht, Harmoniebedürfnis und die Frage, wie man wieder spürt: Was will ich eigentlich?

Und vielleicht ist genau das der wichtigste Satz dieser Folge: Gefallen ist nicht dasselbe wie Begehren.

Die neue Folge von DEEP & DIRTY mit Mone Hazel findest du überall, wo es Podcasts gibt, und auf YouTube.

Über Mone Hazel

Mone Hazel ist Coach, Sexualberaterin und Content-Creatorin. Seit 2019 produziert sie Aufklärungs-Content rund um Liebe, Sex und Beziehung. In ihrer Arbeit verbindet sie Wissen, Humor und einen klaren Blick auf Themen wie Selbstwert, People Pleasing, Beziehungsmuster und sexuelle Kommunikation. Sie begleitet Menschen dabei, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, Grenzen zu setzen und wieder mehr in Kontakt mit den eigenen Bedürfnissen zu kommen. Neben Einzelcoachings bietet sie auch Workshops an.

Links:
Website: www.monehazel.de
Instagram: @monehazel
TikTok: @monehazel


Die ganze Folge hören:
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