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🔗🌟 Eine Folge über Play, Langzeitbeziehungen, verkörperten Konsens und die Frage, wie Lust wieder leicht werden kann.
Für alle, die sich lieben, aber manchmal nicht mehr wissen, wie sie sich körperlich wieder begegnen sollen.
Streich das Vorspiel: Warum Lust mehr Spiel braucht
In dieser Folge von DEEP & DIRTY spreche ich mit Marc Grönnebaum, Certified Sexological Bodyworker und Pleasure & Intimacy Coach, über etwas, das in vielen Langzeitbeziehungen irgendwann verloren geht: Spiel. Nicht Brettspiel. Nicht „wir sollten mal wieder Date Night machen“. Sondern dieses leichte, neugierige, manchmal alberne, manchmal sehr sinnliche Spiel, das uns wieder in Kontakt bringt. Mit dem eigenen Körper. Mit der eigenen Lust. Und miteinander.
Marc sagt im Gespräch einen Satz, der eigentlich die ganze Folge zusammenfasst: „Nicht sinnvoll sein, da fängt Spielen an.“ Und genau da wird es spannend, weil viele von uns unfassbar gut darin sind, sinnvoll zu sein. Wir funktionieren, planen, organisieren, erledigen. Wir halten den Alltag zusammen, beantworten Nachrichten, kümmern uns, arbeiten, sind erreichbar, versuchen gute Partner:innen, Eltern, Freund:innen und Menschen zu sein. Und dann sollen wir abends plötzlich locker, verspielt, begehrenswert und komplett im Körper sein. Natürlich klappt das nicht immer. Nicht, weil etwas mit uns nicht stimmt, sondern weil Lust selten dort auftaucht, wo sie als Aufgabe bestellt wurde.
Gerade in Langzeitbeziehungen wird Intimität schnell zu etwas, das man wieder „hinkriegen“ möchte. Man merkt, dass körperlich weniger passiert. Dass Nähe irgendwie aufgeladen ist. Dass Berührung sofort eine Bedeutung bekommt. Will die andere Person jetzt mehr? Muss ich reagieren? Bin ich schlecht, wenn ich keine Lust habe? Wird das jetzt wieder ein Gespräch über unser Sexleben? Und plötzlich ist aus etwas, das eigentlich Verbindung schaffen könnte, ein weiteres To-do geworden.
Marc bringt eine andere Perspektive mit: Vielleicht müssen wir Lust nicht suchen, als hätten wir sie irgendwo zwischen Wäscheberg und Steuererklärung verloren. Vielleicht dürfen wir sie wieder entdecken. Über Langsamkeit. Über Neugier. Über Berührung ohne Ziel. Über kleine Momente, in denen wir nicht performen, sondern spüren.
Ein wichtiger Gedanke der Folge ist, dass Spiel nicht erst im Schlafzimmer beginnt. Wer sich im Alltag nie erlaubt, albern, sinnlich oder unvernünftig zu sein, wird es in intimen Momenten oft auch nicht plötzlich ganz leicht finden. Spiel kann beim Essen anfangen, unter der Dusche, beim Quatschmachen, beim bewussten Spüren von Wind auf der Haut oder bei einer Nachricht zwischendurch: „Ich hätte heute Lust zu spielen.“ Es geht nicht darum, aus jedem Frühstück eine erotische Performance zu machen. Es geht darum, wieder zu merken: Was fühlt sich gut an? Was macht mich wach? Wo bin ich gerade in meinem Körper?
Besonders schön fand ich Marcs Gedanken zum Wort Vorspiel. Denn eigentlich steckt darin schon das Problem. Vorspiel klingt nach etwas, das nur Vorbereitung ist. Nach einer Station auf dem Weg zum „Eigentlichen“. Aber was, wenn Berührung selbst schon das Spiel ist? Was, wenn Nähe nicht immer irgendwohin führen muss? Was, wenn wir weniger Vorspiel brauchen und einfach mehr Spiel?
Wir sprechen auch über verkörperten Konsens. Nicht nur als Konzept im Kopf, sondern als etwas, das im Körper spürbar wird. Marc macht mit mir eine kleine Übung: Wie fühlt sich ein klares Nein an? Wo zieht sich etwas zusammen? Was wird eng? Und wie fühlt sich ein klares Ja an? Was wird weiter, lebendiger, neugieriger? Gerade für Menschen, die viel im Kopf sind, kann das ein wichtiger Zugang sein. Denn manchmal sagt der Kopf Nein, bevor der Körper überhaupt gefragt wurde. Und manchmal ist ein Nein natürlich ein klares Nein. Der Unterschied liegt im Spüren.
Das heißt nicht, dass man sich zu irgendetwas überreden soll. Ganz im Gegenteil. Marc sagt sehr klar: Es geht nicht darum, ein Nein in ein Ja zu verwandeln. Aber es gibt diese große graue Zone zwischen „auf keinen Fall“ und „fuck yes“. Und in dieser Zone lohnt es sich, langsamer zu werden. Vielleicht ist der große geplante Abend zu viel. Vielleicht geht aber zehn Minuten Nähe. Vielleicht geht Berührung ohne Ziel. Vielleicht geht ein kleineres Spiel. Vielleicht geht ein Gespräch darüber, worauf man eigentlich neugierig wäre.
Für Paare in Langzeitbeziehungen ist das vielleicht der wichtigste Punkt: Es braucht nicht immer den großen Neustart. Oft braucht es kleinere Einladungen. Mehr Vorfreude. Mehr Humor. Mehr Flexibilität. Weniger Erwartung. Wenn wir sagen „Heute Abend spielen wir“, muss das nicht bedeuten, dass daraus ein spektakuläres Erlebnis werden muss. Es kann auch bedeuten: Wir probieren etwas aus und hören wieder auf, wenn es sich nicht gut anfühlt. Wir machen es kleiner. Wir machen etwas anderes. Wir bleiben miteinander im Gespräch.
Und vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen Druck und Spiel. Druck sagt: Es muss jetzt funktionieren. Spiel sagt: Wir dürfen herausfinden, was passiert.
Für mich ist diese Folge eine Erinnerung daran, dass Lust nicht immer dort wiederkommt, wo wir sie mit aller Kraft zurückholen wollen. Manchmal kommt sie dort zurück, wo wir aufhören, alles richtig machen zu wollen. Wo wir wieder neugierig werden. Wo wir uns erlauben, ein bisschen weniger sinnvoll zu sein. Und wo wir dem Körper nicht nur eine Aufgabe geben, sondern eine Frage stellen: Was würde sich jetzt lebendig anfühlen?
Über Marc Grönnebaum
Marc Grönnebaum ist Certified Sexological Bodyworker und Pleasure & Intimacy Coach. In seiner Arbeit begleitet er Menschen und Paare dabei, wieder mehr Kontakt zum eigenen Körper, zur eigenen Lust und zueinander zu finden. Sein Fokus liegt auf Playfulness, verkörpertem Konsens, somatischer Praxis und ehrlicher Begegnung. Besonders arbeitet er auch mit Menschen in Langzeitbeziehungen, die sich wieder mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit und Verbindung wünschen.
Ihr findet Marc hier:
Website: marcgroennebaum.com
Gratis Gespräch buchen: https://marcgroennebaum.com/discover-what-is-in-for-you/
Instagram: @touch_feel_heal.
Die ganze Folge hören:
Das vollständige Gespräch bei Deep & Dirty findest du überall dort, wo es Podcasts gibt.
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